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Gitarrist Franz Halász an die Münchner Musikhochschule berufen               

Franz Halász
Der international renommierte Gitarrist Franz Halász übernimmt zum Studienjahr 2010/11 den erstmalig zu besetzenden Lehrstuhl für Gitarre an der Hochschule für Musik und Theater München. Der weltweit konzertierende Künstler hat sich mit seinen zahlreichen und stilistisch weit gefächerten Einspielungen beim label BIS über den engeren Gitarrenkreis hinaus einen Namen gemacht. Seit 2004 ist Franz Halász bei Naxos unter Vertrag, die umfangreiche Komplettaufnahme der Gitarrenwerke Hans Werner Henzes erscheint dort neben anderen Projekten seit 2006. Dem Gewinner zahlreicher Auszeichnungen wie besonders dem »Gran Premio Andres Segovia« wurde 2007 der »Kulturpreis Bayern« verliehen.
Als Pädagoge hat Franz Halász seine Erfahrungen bisher als Professor an der Nürnberger Musikhochschule und in zahlreichen Meisterkursen weitergegeben – aus seiner Schule sind mittlerweile viele hervorragende Solisten hervorgegangen. Die Münchner Hochschule gewinnt mit Prof. Franz Halász einen Gitarristen, dessen Klasse künstlerische Erfolge auf hohem internationalem Niveau verspricht.

 

           

Neue CD: Henze - Gitarrenmusik 2








www.naxos.com

Franz Halász (Gitarre), Anna Torge (Mandoline), Christina Bianchi (Harfe) und das ensemble oktopus unter der Leitung von Konstantia Gourzi spielen Werke von H. W. Henze.
Mit dieser Aufnahme erscheint die zweite CD der ambitionierten Komplettaufnahme von Hans Werner Henzes Gitarrenwerken, mit der Franz Halász seit 2004 bei Naxos unter Vertrag steht. Für die vorliegende CD wurden Aufnahmen des BR aus den Jahren 2003 bis 2008 zusammengefasst.


Zu den Werken:

Neben großangelegten, „öffentlichen" Werken fand Henze in den siebziger Jahren Zeit für eine Reihe eher privater Projekte-unter anderem entstanden drei Streichquartette sowie die beiden Gitarrensonaten über Shakespeare'sche Themen, die er als Royal Winter Music bezeichnete.

Carillon, Récitatif, Masque aus dem Jahre 1974 ist für Mandoline, Gitarren und Harfe geschrieben. Der umfangreiche erste Teil verwendet die drei Zupfinstrumente zur Erzeugung der verschiedensten Glockenklänge, und mit den delikaten Tönen dieser unambitioniert tonalen Musik umrahmt Henze ein zentrales Gitarrensolo. Dem liedhaften Récitatif mit einer Harfenkadenz folgt die Masque, in der sich alle drei Instrumente gleichberechtigt an der musikalischen Diskussion beteiligen.

Die Drei Märchenbilder für Sologitarre entstammen der Kinderoper Pollicino, die Henze 1980 komponiert hat. Die „soziale" Oper befasst sich mit der problematischen Beziehung zwischen Eltern und Kindern, den Ungerechtigkeiten der Kindheit, mit Armut und Hunger. Die drei Sätze Pastorale, Arietta und Notturno zeigen exemplarisch, welch unendlich sangbare, expressive und dabei doch direkte Musik Hans Werner Henze zu schreiben versteht.

An eine Äolsharfe ist in jeder Hinsicht ein Konzert für Gitarre und fünfzehn Soloinstrumente, auch wenn es nicht als ein solches bezeichnet ist. Das 1986 vollendete und im August desselben Jahres von dem amerikanischen Gitarristen David Tanenbaum uraufgeführte Werk wurde wiederum durch die Literatur inspiriert-und zwar durch die Poesie des deutschen Romantikers Eduard Mörike (1804-1875).

Die CD „Gitarrenmusik, Vol.2" ist erschienen bei Naxos - Nr. 8.557345.

Die erste CD ist unter der Katalog-Nummer 8.557344 erhältlich.



Gitarre & Laute ONLINE
Ferdinando und Gustavo Carulli
Music for Guitar and Piano Vol. 1
Franz Halász, Guitar [FranzHalasz.de], Débora Halász, Piano
Aufgenommen im Juni 2007 erschienen 2009
Naxos [naxos.com] 8.570587

dass. Vol. 2
Aufgenommen im September 2007, erschienen 2009
Naxos [naxos.com] 8.570588
… Aber was die Klangfarben angeht, ergänzen sich die beiden Instrumente, moderne Gitarre und modernes Klavier, auf außerordentlich attraktive Art …
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Ferdinando Carulli (1770—1841) ist jedermann bekannt … jedem Gitarristen zumindest, weil er Stücke und Stückchen von diesem vielbeschäftigten italienischen Komponisten seit den ersten Jahren seiner Beschäftigung mit der Gitarre kennt. Ferdinando Carulli hat freiwillig und unfreiwillig Spielmaterial zu vielen Lehrwerken und Anthologien geliefert und als Schöpfer solcher für den Unterricht gedachter Petitessen ist er dann auch in die Geschichte der Gitarrenmusik eingegangen. Aber dass Ferdinando Carulli über vierhundert Werke für Gitarre oder Kammermusikwerke mit Gitarre geschrieben hat, und dass in diesem Œuvre zahlreiche hochkarätige Stücke (buchstäblich) versteckt sind, das spricht sich erst seit einigen Jahren herum. Mario Torta hat mit seinem thematischen Katalog der Werke von Carulli [Catalogo tematico delle opere di Ferdinando Carulli, 2 Bde, Lucca 1993] dazu beigetragen, dass man sich zunehmend mit Carulli beschäftigt hat und seine Kompositionen zu würdigen begann.

Franz und Débora Halász haben sich der Werke für Gitarre und Klavier angenommen. Torta listet 28 Opera in dieser Besetzung, darunter Originalkompositionen und auch Arrangements von Werken anderer Komponisten (Ferdinand Ries, Ludwig van Beethoven, Gioachino Rossini).

Das Programm der ersten CD eröffnen Ludwig van Beethovens Variationen über „Ein Mädchen oder Weibchen“ aus der Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart. Beethoven hatte die Variationen für Cello und Klavier geschrieben (op. 66), Carulli hat nicht nur instrumentenspezifische Veränderungen daran vorgenommen, sondern eine Variation hinzukomponiert, andere teils verändert, teils nur anders positioniert.

Franz und Débora Halász spielen nicht auf zeitgenössischen Instrumenten, sondern auf modernen. Und wenn ich eben noch geschrieben habe, ich empfände „die klangliche Kombination einer historischen Gitarre, wie hier einer Stauffer-Kopie, und einem Hammerflügel der gleichen Zeit, immer wieder als ideal“, dann widerspreche ich mir jetzt keineswegs, wenn ich betone, wie ich diese Carulli-Aufnahmen genossen habe und genieße. Es sind andere Voraussetzungen, von denen das Halász-Duo auf der einen und Maximilian Mangold und Kristian Nyquist auf der anderen Seite ausgehen. Hier, bei Franz und Débora Halasz, steht der Aspekt der brillanten Virtuosität im Vordergrund, und das war sicher zur Zeit Carullis nicht anders.

Nach dem revolutionären Infragestellen und der Abschaffung der feudalen Gesellschaftsordnung in Paris, Wien und den anderen europäischen Metropolen wurde Kultur zur Volkssache. Musik wurde nicht mehr ausschließlich in den privaten Gemächern der Herrschenden gepflegt, sondern wurde öffentlich. Das heißt, dass immer mehr Menschen an „Konzerten“ teilhaben konnten … und dass Musik immer mehr Menschen erreichen musste. Beide, Gitarre und Klavier, veränderten sich deshalb um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert grundlegend. Beide sollten „öffentlichkeitstauglich“ werden, das heißt hauptsächlich: lauter. Die Gitarre wurde dabei etlichen Veränderungen unterzogen, aber sie blieb schließlich auf der Strecke und verschwand wieder aus dem Konzertleben.

Mit der Popularisierung öffentlicher Konzerte kam auch das Virtuosentum auf und begann Teile des bürgerlichen Musiklebens zu dominieren. Immer wieder waren es Gitarristen, die davon profitierten … und natürlich Musikverlage, Instrumentenmacher und Komponisten sowie Musiklehrer.

Auf jeden Fall wären die modernen Gitarren den Musikern zur Zeit Carullis entgegengekommen. Sie leisteten das, was die Instrumentenmacher anstrebten aber zunächst nicht erreichten. Der Klavierbau war sehr bald in der Lage, lautere, wohlklingende Instrumente zur Verfügung zu stellen – als Beispiel sei vielleicht Ignaz Bösendorfer (1796—1859) in Wien erwähnt. Nur die Gitarrenbauer waren auf dem falschen Weg, bei ihnen sollte es noch knapp hundert Jahre dauern, bis sie die moderne Konzertgitarre entwickelten.

Heute Carulli auf modernen Instrumenten zu spielen, spiegelt die Problematik wider, die seit der Entstehungszeit dieser Musik jede Aufführung begleitet hat. Die Instrumente sind zu ungleich, um problemlos miteinander kommunizieren zu können. Das ist ein Problem, aber Franz und Débora Halász gehen sehr sensibel damit um. Das Klavier bestimmt zwar in der Regel das Tempo und ist auch, was die Lautstärke angeht, eher dominant. Aber was die Klangfarben angeht, ergänzen sich die beiden Instrumente, moderne Gitarre und modernes Klavier, auf außerordentlich attraktive Art … besser, als es die originalen Instrument tun.

Zwei Aufnahmen, beide präsentieren Musik der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der Besetzung Klavier und Gitarre: Auf einer der Einspielungen werden originale Instrumente der Zeit (oder Kopien originaler Instrumente) verwendet, auf der anderen moderne Gitarre und moderner Flügel. Beide Einspielungen haben ihre Vorzüge und natürlich ihre Berechtigung und müsste ich mich für eine der beiden entscheiden, ich stünde vor einem Problem! Intimer wirkt die eine, konzertanter die andere. Musikalisch sind beide Aufnahmen purer Spaß – für die Zuhörer und offenbar auch für die Musiker.

Ich möchte nicht spekulieren, wie weit die Aufnahmetechnik an der klanglichen Balance der beiden Aufnahmen mitgewirkt hat, aber vermutlich waren die Kollegen von der Technik bei den Carulli-CDs aktiver.

Ach ja: Wer war Gustavo Carulli? Gustavo (1801—1876) war Ferdinando Carullis Sohn und hat sich als Gitarrist und Komponist einen Namen gemacht. Verschiedene Druckausgaben von kammermusikalischen Werken enthalten die Namen von Vater und Sohn Carulli, zum Beispiel

DEUX DUOS | pour Piano et Guitare | SUR LES THÈMES DE ROSSINI […] COMPOSÉS | Par | FERDINANDO et GUSTAVO CARULLI

Wie weit Gustavo an den Kompositionen beteiligt gewesen ist, weiß man nicht.